Die Jahre 2001-2010

Umzug in Ulm 2007
Der Musikverein Heudorf

Im Jahre 2001 hat sich der Verein entschieden, eine neue Narrenfigur zu schaffen und zusätzlich zum „Heuliecher“ eine zweite, kleinere Gliederung einzurichten. Von den zahlreichen Hästrägern und Interessierten war nämlich der Wunsch geäußert worden, neben dem bisherigen maskenlosen Fasnethäs eine Figur mit Maske zu kreieren. Der Narrenrat und die Hästräger setzten sich intensiv mit diesem Wunsch auseinander und diskutierten verschiedene Vorschläge für eine neue Figur mit Maske.Dr. Hans Joachim Schuster, Kreisarchivar von Tuttlingen und Vizepräsident des Vereins trug mit geschichtlichen Hintergründen zum Entwurf der neuen Gestalt bei. Die Mehrheit der Hästräger entschied sich letztlich für die Version des „Hartmännle“, das sich gegen einen „Heuschreck“ durchsetzte. Sie beruht auf einer Sagenüberlieferung, die ein Heudorfer Bauer vor rund hundert Jahren dem Tuttlinger Sagen- und Heimatforscher Paul Dold mitteilte, der daraufhin die Geschichte in seiner Sagensammlung aufnahm. Die Sage berichtet von Männlein, die im Hartwald und Schindelwald bei Heudorf nachts Fuhrleute und Reisende erschreckten und die Pferde scheu machten, ansonsten aber nichts Böswilliges im Sinne hatten. Diese überlieferte Sagengestalt wurde nun in eine Fasnetfigur umgesetzt. Der Narrenverein Heudorf fand in dem Bildhauer und Maskenschnitzer Stiegeler aus Grafenhausen im Hochschwarzwald eine Person, die relativ schnell die Idee für die Maske umsetzte und gelungene Gestaltungsentwürfe und –varianten lieferte. Die vom Maskenschnitzer Stiegeler entworfene Maske zeigt – dem Typus des schelmischen und keineswegs Böses im Sinne habenden Waldmännlein entsprechend - ein leicht verschmitztes Gesicht. Blattwerk und angedeutete Baumstümpfe deuten darauf hin, daß das Hartmännle vor allem im Wald sein Unwesen und seine Späße trieb. Das Hartmännle trägt einen breitkrempigen, runden, hohen Hut. In der Hand trägt es einen knorrigen Ast. Bekleidet ist das Männle mit einem weinroten Wams, der mit verschiedenfarbigen Blättern des Waldes verziert ist. Am Bauch trägt er einen schwarzen Ledergürtel mit einer in Leder gefassten Getränkeflasche. Die beige Kordhose läuft nach den Knien unregelmäßig aus und wird durch die darunter getragenen roten Socken abgerundet. Bei den ersten Narrentreffen im Jahre 2002, konnte der Verein bereits eine stattliche Gruppe von 12 Maskenträgern der Öffentlichkeit präsentieren. Diese Zahl ist bis heute auf 16 angestiegen. Fortan präsentieren sich die „Heuliecher und Hartmännle“ gemeinsam in und außerhalb der Region und sorgen für unvergessliche Auftritte an den Narrentreffen.Annette Moosbrugger übernahm 2003 das Amt des Präsidenten von Werner Heim, der seitdem als Schriftführer weiter der Vorstandschaft angehört. Der derzeitige Präsident, Karl-Heinz Schober führt den Verein seit 2005.  Seit Gründung des Vereins zählt neben der Ortsfasnet und das Narrenblättle „Wunderfitz“ zu den alljährlichen festen und kulturellen Bestandteilen von Heudorf. Mit dem Neubau der Hochbuchhalle stehen seit 2002 hervorragend ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung, die auch die Dorffasnet sehr belebt haben. Dem Narrenverein ist es gelungen einen schönen und gut besuchten Bunten Abend zu etablieren. Die Kinderfasnet am Fasnet-Dinschtig erhält über die Ortsgrenzen hinweg sehr guten Zuspruch.

Der Verein zählt etwa 60 Hästräger und 130 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag beträgt weiterhin nur 3 Euro pro Person.