Vereinschronik

Der Narrenverein Heudorf im Hegau wurde 1984 in Heudorf gegründet und als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister eingetragen.

Der Verein hat sich als besondere Aufgabe gestellt:

  • Erhaltung und Förderung althergebrachten fasnachtlichen Brauchtums
  • Mithilfe bei der Entwicklung neuer, der landschafts- und ortsgebundenen Fasnacht nicht zuwider laufenden Bräuche
  • Besuch von Narrentreffen

Gründungspräsident wurde Werner Kuntz, der dieses Amt weitere 7 Jahre ausübte.

Anfangs nahm man in einem einheitlichen Kleid – Fuhrmannskittel – an den Umzügen teil, doch dies schien auf die Dauer unbefriedigend. Unter Hinzuziehung des Konstanzer Kreisarchivars Dr. Franz Götz entwickelte man verschiedene Ideen für ein Fasnethäs. Da war der Torfstecher ebenso im Gespräch wie der Mühlegeist oder der Hartweiher-Moorschrat. Diese oder ähnliche Figuren gibt es aber in der näheren Umgebung. Nachahmungen oder Kopien wollten die Heudorfer auf jeden Fall vermeiden. Deshalb entschieden sie sich für den „Heuliecher“, eine Figur in bäuerlicher Kleidung des 16. Jahrhunderts – auf zahlreichen historischen Abbildungen so oder ähnlich dokumentiert. Der Heuliecher, ein Gerät zum Herausziehen des Heus aus dem Heustock war schon im Mittelalter Wappenfigur der Ritter von Heudorf, eines in unserer Gegend einflußreichen Adelsgeschlecht. Einer dieser Ortsadligen, Bilgeri von Heudorf, war wegen seiner Raubrittermanieren gefürchtet und berüchtigt. Später nahm dann auch die Gemeinde Heudorf die Heuliecher in ihr Wappen auf. Der Heuliecher ist so quasi zum Heudorfer Markennamen geworden.
Nach fast zweijähriger Planung konnte man das neue Narrenkleid der Öffentlichkeit präsentieren:
Der Mann trägt zur relative eng anliegenden beige Hose einen grünfarbenen Wams, der bis fast an die Knie reicht, sowie eine etwas ausgefallene, aber historisch belegte, mützenartige Kopfbedeckung. Passend dazu tragen Mann und Frau den „Bundschuh“, einen bis über die Knöchel reichenden und von Riemen und Bändern zusammengehaltenen Lederschuh. Die Frau trägt einen gefalteten Rock, darüber eine Schürze. Über das weinrote Oberkleid ist ein Schultertuch gelegt. Die Frau trägt eine haubenartige Kopfbedeckung, in der Hand hält sie einen Weidenkorb. Der Narrenverein Heuliecher Heudorf nimmt fortan mit dem neuen Häs an den Umzügen der Narrenvereinigung teil.

Er will aber auch weiterhin das örtliche Fasnetbrauchtum pflegen und fördern und damit dazu beitragen, daß so traditionsreiche Figuren wie der mit Stroh vollbepackte und in einen Leinensack gehüllte „Wischenführer“, der mit einem alten Pfluggestell den Narrenbaum am Schmotzigen Dunschtig durchs Dorf lenkt, oder das Eiersammlerpaar, erhalten bleiben. Beim Eiersammeln – meistens zwei junge Männer gehen als Paar von Haus zu Haus – handelt es sich um einen alten Heischebrauch. Die gesammelten Eier werden dann nach dem Fällen des Narrenbaumes im Gasthaus Kreuz als Spiegeleier zubereitet und von allen Teilnehmern an der Fasnet, verzehrt. Derjenige, der an diesem Abend am meisten davon essen kann, wird mit einem Wanderpokal für ein Jahr zum „Eierkönig“ gekürt. Die Befreiung der Kindergartenkinder, das Narrenbaumeinholen, der Narrenbaumumzug mit Narrenkapelle und der abendliche Hemdklonkerumzug gehören am Schmotzigen Dunschtig ebenso zu den traditionellen Veranstaltungen im Heudorfer Narrenfahrplan, wie der Bunte Abend am Fasnetfreitag, der Große Fasnetumzug mit einem jährlich wechselnden Motto am Sonntag, als auch das Fasnetverbrennen mit Ausklang am Fasnetdienstag und das Funkenfeuer am ersten Sonntag nach Fastnacht